Stromstoßschalter: Funktion, Anschluss und Unterschied zum Relais
Stromstoßschalter einfach erklärt: wie sie funktionieren, worin sie sich vom Relais unterscheiden, wie man sie mit A1, A2 und Tastern anschließt, wann ein elektronisches Gerät die bessere Wahl ist und was Serien-, Jalousie- und Zentralschalter können.
Was ein Stromstoßschalter macht
Ein Stromstoßschalter schaltet bei jedem kurzen Impuls um: einmal Taster drücken – Licht an, noch einmal – Licht aus. Die Spule wird nur für den Moment des Tastendrucks bestromt; danach hält ein mechanisches Schaltwerk oder ein bistabiles Relais den Zustand, ohne dass weiter Strom fließt. Ältere und herstellerspezifische Namen für dasselbe Gerät sind Stromstoßrelais, Schrittschalter und Fernschalter (so heißen etwa die Siemens-Geräte der Reihe SENTRON 5TT4).
Typischer Einsatz: Licht in Fluren, Treppenhäusern und Hallen, das von drei oder mehr Stellen aus geschaltet werden soll. Statt einer Kreuzschaltung mit vielen Adern werden beliebig viele Taster einfach parallel geschaltet.
Stromstoßschalter oder Relais – der Unterschied
| Stromstoßschalter | Relais / Schütz | |
|---|---|---|
| Ansteuerung | kurzer Impuls über Taster | Dauersignal über Schalter oder Steuerung |
| Verhalten | schaltet bei jedem Impuls um und bleibt in der Stellung | zieht an, solange die Spule bestromt ist, und fällt danach zurück |
| Spulenstrom im Betrieb | nur während des Impulses | dauernd, solange eingeschaltet |
| typischer Einsatz | Licht von mehreren Stellen | Steuerungen, Motoren, Koppeln von Signalen |
„Stromstoßrelais“ und „Stromstoßschalter“ meinen dasselbe Gerät. Elektronische Geräte, die sich per Wahlschalter auch als normales Schaltrelais betreiben lassen, heißen bei Eltako Stromstoß-Schaltrelais (ESR). Mehr zu Relais und Schützen in den Ratgebern Koppelrelais und Leistungsschütz.
Anschluss: Klemmen und Schaltplan
- A1 / A2: Steuerspule. A2 an N (bzw. an den Minuspol bei Gleichspannung), A1 über die Taster an die Steuerspannung.
- 1–2: erster Kontakt (Schließer); bei zweipoligen Geräten folgt 3–4. Über 1–2 wird der Außenleiter zur Leuchte geschaltet.
- Taster: alle parallel zwischen Steuerspannung und A1 – egal, wie viele.
Wichtig ist die Steuerspannung: Es gibt Spulen für 8, 12, 24, 48, 110 und 230 V AC sowie für Gleichspannung. Bei Kleinspannung (z. B. 12 V aus einem Klingeltrafo) führen die Tasterleitungen keine Netzspannung. Elektronische Geräte mit Universal-Steuerspannung (UC, z. B. 8–230 V) nehmen beides. Wie Kontaktbezeichnungen im Plan zu lesen sind, steht im Ratgeber Stromlaufplan lesen, Schließer und Öffner im Ratgeber Öffner und Schließer.
Mechanisch oder elektronisch?
| elektromechanisch | elektronisch | |
|---|---|---|
| Prinzip | Spule treibt ein Schaltwerk, das bei jedem Impuls weiterrastet | Mikrocontroller schaltet ein bistabiles Relais und speichert den Zustand |
| Geräusch | deutliches Klacken | sehr leise |
| Steuerspannung | meist eine feste Spannung | oft Universal-Steuerspannung UC |
| Beleuchtete Taster | Herstellerangabe beachten | Glimmlampenstrom laut Datenblatt, häufig bis 5 mA |
| Extras | Handbetätigung, Schaltstellungsanzeige | Schalten im Nulldurchgang, Zusatzfunktionen wie Ausschaltverzögerung |
Wer einen leisen Stromstoßschalter sucht – etwa für einen Wohnungsverteiler – nimmt ein elektronisches Gerät. Völlig geräuschlos sind nur Ausführungen mit Halbleiterrelais. Elektronische Stromstoßschalter mit bistabilem Relais haben auch im eingeschalteten Zustand keine Spulen-Verlustleistung. Sie synchronisieren sich nach der Installation beim ersten Tastendruck.
Kontaktarten und Sonderfunktionen
- Schließer, Schließer + Öffner, zwei Schließer: für einen oder zwei Lichtkreise.
- Serienschalter: Kontaktfolge 1 – 2 – 1+2 – 0, zwei Leuchtengruppen nacheinander von einem Taster.
- Jalousie-Fernschalter: Kontaktfolge 1 – 0 – 2 – 0, abwechselnd auf und ab.
- Zentral EIN/AUS: zusätzliche Eingänge, über die alle Geräte einer Gruppe gemeinsam ein- oder ausgeschaltet werden, z. B. „alles aus“ am Ausgang.
- Dauerspannungssicherung: schützt die Spule, wenn ein Taster klemmt und die Spannung dauernd anliegt; je nach Gerät bauartbedingt oder über einen PTC.
Soll das Licht nach einer Zeit von selbst ausgehen, ist ein Treppenlichtzeitschalter das passende Gerät; Zeitfunktionen allgemein im Ratgeber Zeitrelais.
Wann ein Stromstoßschalter sinnvoll ist – und die Nachteile
Sinnvoll ist er, sobald Licht von mehr als zwei Stellen geschaltet wird, wenn Taster mit Kleinspannung betrieben werden sollen oder wenn eine Zentral-Aus-Funktion gebraucht wird. Für eine Leuchte mit einem Schalter ist er überflüssig.
Nachteile: Am Taster sieht man nicht, ob das Licht an ist. Das Gerät sitzt im Verteiler und braucht dort Platz (meist eine Teilungseinheit) sowie eine eigene Steuerleitung. Mechanische Geräte klacken hörbar, und bei beleuchteten Tastern ist der zulässige Glimmlampenstrom begrenzt. Die Lebensdauer ist endlich: Siemens gibt für die 5TT4-Fernschalter 50.000 elektrische Schaltspiele an. Abgesichert wird der geschaltete Stromkreis wie jeder Lichtkreis über einen Leitungsschutzschalter.
Beispiele aus dem Sortiment
- Theben OKTO S12-230 – elektromechanisch, 1 Schließer, 230 V
- Theben OKTO S22-230 – elektromechanisch, 2 Schließer, 230 V
- Theben OKTO ES12-UC – elektronisch, 1 Schließer, Universal-Steuerspannung
- Eltako ESR12DDX-UC – elektronisches Multifunktions-Stromstoß-Schaltrelais
- Eltako ESR12Z-4DX-UC – 4-fach-Stromstoß-Schaltrelais, auch für Zentral- und Gruppensteuerung
- Finder 13.01.8.230 – elektronischer Stromstoßschalter, 230 V
- Siemens 5TT4105-2 – Fernschalter 1 Schließer + 1 Öffner, 16 A, Steuerspannung 24 V AC
- Siemens 5TT4125-0 – 1 Schließer + 1 Öffner, Zentral EIN/AUS, 230 V
- Siemens 5TT4132-3 – Serien-Fernschalter, 2 Schließer, 12 V AC
- Siemens 5TT4142-3 – Jalousie-Fernschalter, 2 Schließer, 12 V AC
- Siemens 5TT4455-0 – 1 Schließer + 1 Öffner, 32 A, 230 V
- Siemens 5TT4472-0 – 2-polig, 63 A, 230 V
- ABB E291S-16-20/12 – Serien-Stromstoßschalter, 2 Schließer, 16 A, Spule 12 V AC
- Legrand CX3 412408 – Fernschalter 16 A, 1-polig, 230 V
Stromstoßschalter Siemens/ABB Stromstoßschalter Eltako, Finder, Theben
Häufige Fragen
Stromstoßschalter oder Relais – worin liegt der Unterschied?
Ein Relais bleibt nur angezogen, solange seine Spule Strom bekommt. Ein Stromstoßschalter wechselt bei jedem kurzen Impuls die Stellung und hält sie ohne Spulenstrom.
Wie schließe ich einen Stromstoßschalter an?
A2 an N, A1 über die parallel geschalteten Taster an die Steuerspannung, den Außenleiter über Kontakt 1–2 zur Leuchte. Die Steuerspannung muss zur Spule passen.
Ist ein Stromstoßrelais etwas anderes als ein Stromstoßschalter?
Nein, beides bezeichnet dasselbe Gerät. Siemens nennt es Fernschalter, Eltako nennt umschaltbare elektronische Geräte Stromstoß-Schaltrelais.
Welcher Stromstoßschalter ist leise?
Elektronische Stromstoßschalter mit bistabilem Relais sind deutlich leiser als elektromechanische. Geräuschlos sind nur Geräte mit Halbleiterrelais.
Wann braucht man einen Stromstoßschalter?
Wenn Licht von drei oder mehr Stellen geschaltet werden soll, wenn Taster mit Kleinspannung arbeiten sollen oder wenn eine Zentral-Aus-Funktion gewünscht ist.
Welche Nachteile haben Stromstoßschalter?
Der Schaltzustand ist am Taster nicht erkennbar, das Gerät braucht Platz im Verteiler, mechanische Typen klacken, und beleuchtete Taster sind nur bis zum zulässigen Glimmlampenstrom möglich.
Quellen: Herstellerangaben Eltako (Gesamtkatalog Kapitel 11 und 18, Datenblätter ES12DX-UC, ES12-110/-200-UC, ESR61M-UC), Siemens (Katalog und Datenblätter SENTRON 5TT4: Kontaktfolgen, Zentralschaltung, Dauerspannungssicherung, 50.000 Schaltspiele), Finder (Serie 13) – per Websuche 01.11.2026 geprüft; Produktmerkmale (ETIM) und Artikelbezeichnungen der Stromstoßschalter in unserem Sortiment, Stand 01.11.2026.