Ein Stromlaufplan wird lesbar, wenn man zwei Dinge kennt: die Kennbuchstaben der Bauteile und die Anschlussbezeichnungen an Schütz, Relais und Motorschutz. Beides steht hier – mit der Selbsthaltung als Beispiel.
Der Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung zeigt jede Strombahn einzeln und senkrecht von oben (Spannung) nach unten (Bezugsleiter). Die Teile eines Geräts – zum Beispiel Spule und Kontakte eines Schützes – stehen dabei an verschiedenen Stellen, verbunden nur über dieselbe Kennzeichnung (z. B. Q1). Üblich ist die Trennung in Hauptstromkreis (Leistung zum Motor) und Steuerstromkreis (Taster, Spulen, Meldeleuchten). Wer Kennbuchstaben und Anschlussbezeichnungen kennt, kann jeden Plan lesen.
| Bauteil | Neu (DIN EN IEC 81346-2) | Alt (DIN 40719-2) | Bei uns |
|---|---|---|---|
| Leistungsschütz, Motorschutzschalter, Leistungsschalter | Q (Energie schalten) | K (Schütz), Q (Schalter) | Leistungsschütze, Motorschutzschalter |
| Hilfsschütz, Relais, Zeitrelais, SPS | K (Signale verarbeiten) | K | Hilfsschütze und Relais |
| Sicherung, Leitungsschutzschalter, Überlastrelais | F (Schützen) | F | Leitungsschutzschalter |
| Taster, Schalter, Not-Halt | S (Handbetätigung) | S | Drucktaster |
| Meldeleuchte, Anzeige | P (Darstellen) | H | Leuchtmelder |
| Motor | M | M | – |
| Sensor, Endschalter, Messumformer | B | B / S | – |
| Netzteil, Transformator | T | T | Ratgeber 24-V-Stromversorgung |
| Klemmen, Steckverbinder | X | X | Reihenklemmen |
Ältere Pläne nutzen oft noch die alten Buchstaben (Schütz = K1M, Meldeleuchte = H1). Maßgeblich ist die Legende des jeweiligen Plans.
| Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|
| A1 – A2 | Spule des Schützes oder Relais |
| 1-2, 3-4, 5-6 (L1-T1, L2-T2, L3-T3) | Hauptkontakte (Leistung) |
| .1 – .2 (z. B. 11-12, 21-22) | Hilfskontakt Öffner – erste Ziffer = Platznummer |
| .3 – .4 (z. B. 13-14, 23-24) | Hilfskontakt Schließer |
| 95 – 96 | Überlastrelais / Motorschutz: Öffner (unterbricht bei Überlast den Steuerstromkreis) |
| 97 – 98 | Überlastrelais / Motorschutz: Schließer (Störmeldung) |
Anschlussbezeichnungen nach DIN EN 50005 / DIN EN 50012 und IEC 60947. Die tatsächliche Belegung steht auf dem Gerät und im Datenblatt.
Die häufigste Steuerschaltung im Schaltschrank: Ein Motor soll per Taster ein- und ausgeschaltet werden und eingeschaltet bleiben, wenn der Taster losgelassen wird. Im Steuerstromkreis liegen in Reihe:
Drückt man S2, zieht Q1 an; sein Schließer 13-14 überbrückt S2 und „hält“ die Spule selbst. S1 oder eine Überlast unterbrechen den Kreis, Q1 fällt ab. Im Hauptstromkreis schalten die Hauptkontakte 1-6 von Q1 den Motor. Für Drehrichtungsumkehr wird daraus eine Wendeschützkombination mit gegenseitiger Verriegelung.
„Schaltplan“ ist der Oberbegriff. Der Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung zeigt jede Strombahn einzeln und ist die übliche Form für Steuerungen im Schaltschrank.
Die Anschlüsse der Spule eines Schützes oder Relais.
Hilfskontakte: Endziffern 3-4 sind Schließer, 1-2 Öffner. Die erste Ziffer ist die Platznummer (13-14 = Schließer auf Platz 1, 21-22 = Öffner auf Platz 2).
Nach DIN EN IEC 81346-2 bekommen Geräte, die Energie schalten, den Buchstaben Q. In älteren Plänen nach DIN 40719 steht K oder K1M.
Quellen: DIN EN IEC 81346-2 (Kennbuchstaben), DIN 40719-2 (alte Kennzeichnung), DIN EN 50005 / 50012 und IEC 60947 (Anschlussbezeichnungen). Stand 17.10.2026. Maßgeblich sind Planlegende und Gerätedatenblatt.
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