Schlüsselschalter und Wahlschalter: Stellungen, rastend/tastend, Auswahl
Die kurze Antwort: Drei Fragen bestimmen den Schalter – wie viele Stellungen (O-I oder I-O-II), rastend oder tastend (erkennbar an der Pfeil-Notation I>O<II), und wer ihn betätigen darf (Knebel für alle, Schlüssel für Befugte). Der Rest ist Baukasten: Frontelement plus Kontaktblöcke im 22-mm-System.
Die Systematik: Stellungen und Schaltbilder
| Schaltbild | Bedeutung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| O-I (2 Stellungen, rastend) | Aus/Ein – der Schalter bleibt in der gewählten Stellung (z. B. 3SU1152 O-I, beleuchtet). | Freigaben, Anwahl einer Funktion. |
| I-O-II (3 Stellungen, rastend) | Zwei Funktionen um eine Mittelstellung – der Klassiker der Betriebsartenwahl. | Hand–0–Auto, Links–0–Rechts. |
| I>O<II (3 Stellungen, tastend) | Die Pfeile zeigen die selbsttätige Rückkehr zur Mitte (z. B. Knebelschalter I>O<II) – tastend nach beiden Seiten. | Tipp-/Jogbetrieb, Auf–Ab. |
| 4 Stellungen | Für mehrstufige Anwahl (z. B. Schlüsselschalter mit 4 Stellungen). | Mehrere Betriebsarten/Stufen. |
Mischformen sind üblich und im Bestellschlüssel codiert: rastend auf der einen, tastend auf der anderen Seite – maßgeblich ist das Schaltbild im Datenblatt. Beleuchtete Ausführungen zeigen die aktive Stellung zusätzlich an (ABB-Wahlschalter, 3 Positionen beleuchtet).
Knebel oder Schlüssel?
Funktional identisch – der Unterschied ist der Zugriff: Den Knebel bedient jeder, den Schlüsselschalter nur, wer den Schlüssel hat. Deshalb gehört der Schlüssel dorthin, wo eine Betriebsart bewusst freigegeben werden soll (Einrichtbetrieb, Service, Zugriffsschutz) – in welchen Stellungen der Schlüssel abziehbar ist, legt die jeweilige Ausführung fest (Datenblatt). Und die Abgrenzung, die oft verwechselt wird: Am Not-Halt hat der Schlüssel nichts verloren – dort soll Schlüsselentriegelung nach der Norm vermieden werden; warum, steht im Not-Aus-Bauformen-Ratgeber.
In vier Schritten zum richtigen Schalter
- Schaltbild festlegen: Wie viele Stellungen, wo rastend, wo tastend (Pfeil-Notation lesen!) – aus der Funktion der Anlage, nicht aus dem Katalog.
- Zugriff klären: Knebel für alle, Schlüssel für Befugte; Abziehbarkeit je Stellung laut Datenblatt.
- Baukasten komplettieren: Frontelement + Halter + Kontaktblöcke (Schließer/Öffner je Stellung) im 22-mm-System; beleuchtete Varianten brauchen zusätzlich das Leuchtelement.
- Beschriften: Bezeichnungsschilder für die Stellungen (Hand/0/Auto) einplanen – die Systematik dahinter liefert der Beschriftungs-Ratgeber.
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Häufige Fragen
Was bedeutet I-O-II beim Wahlschalter?
Drei Stellungen: Funktion I links, Aus/Mittelstellung O, Funktion II rechts – der Klassiker für Hand–0–Auto. Rastend bleibt der Schalter in der gewählten Stellung.
Was bedeuten die Pfeile in I>O<II?
Tastende Stellungen: Der Schalter kehrt nach dem Loslassen selbsttätig in die Mittelstellung zurück – hier nach beiden Seiten. Mischformen (eine Seite rastend, eine tastend) sind üblich und im Schaltbild codiert.
Wann Schlüsselschalter statt Knebel?
Wenn nur Befugte schalten dürfen – typisch für Betriebsarten-Freigaben und Servicefunktionen. In welchen Stellungen der Schlüssel abziehbar ist, legt die Ausführung fest (Datenblatt prüfen).
Ist ein Schlüsselschalter eine Sicherheitsfunktion?
Für sich genommen nein – er regelt Zugriff, nicht Sicherheit. Ob eine Betriebsart zusätzliche Schutzmaßnahmen und eine sichere Auswertung braucht, entscheidet die Risikobeurteilung.
Wie ist ein 22-mm-Wahlschalter aufgebaut?
Modular: Frontelement (Knebel/Schlüssel) im 22-mm-Ausschnitt, dahinter Halter und Kontaktblöcke – Schließer und Öffner werden je Stellung kombiniert; beleuchtete Varianten ergänzen ein Leuchtelement.
Gibt es Wahlschalter mit mehr als 3 Stellungen?
Ja, z. B. Schlüsselschalter mit 4 Stellungen für mehrstufige Betriebsartenwahl – die Kontaktbelegung je Stellung liefert das Datenblatt.
Grundlage: Produktdaten der gelisteten Befehlsgeräte (Siemens SIRIUS ACT 3SU1, ABB – Stellungen, rastend/tastend, beleuchtete Ausführungen, Schlüsselvarianten aus den Gerätedaten); Not-Halt-Abgrenzung aus der BG-RCI-Belegkette des Not-Aus-Bauformen-Ratgebers. Stand August 2026. Maßgeblich sind Schaltbild und Datenblatt der eingesetzten Geräte sowie die Risikobeurteilung der Maschine.