M12-Stecker: Belegung und Codierung im Überblick
Beim M12-Steckverbinder entscheidet zuerst die Codierung (A, B, D, X, L …) und dann die Belegung: Die Codierung legt Anwendung, Polzahl und Bemessungswerte fest – und verhindert mechanisch, dass Signal-, Daten- und Power-Welt versehentlich zusammengesteckt werden. Hier finden Sie die Codierungen mit Normen und Bemessungswerten als Tabelle, dazu die übliche Belegung der A-kodierten Sensorleitung.
Warum es Codierungen gibt
Die Kodier-Nase bzw. das Metallkreuz im Steckgesicht sorgt dafür, dass nur passende Gegenstücke zusammenfinden. Das ist kein Komfortmerkmal, sondern Schutz: Auf einer Signalverbindung hätten 630 V und 12 A einer Power-Leitung nichts verloren. B- und D-kodierte Steckverbinder lassen sich deshalb nicht in andere M12-Varianten einstecken – die Welten bleiben getrennt.
Die M12-Codierungen: Norm, Polzahl, Bemessungswerte
| Codierung | Norm | Polzahl | Bemessungswerte | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| A | DIN EN 61076-2-101 | 3–17 | 3-/4-pol. 250 V AC/DC, 5-pol. 60 V, max. 4 A; 8-pol. 30 V/2 A; 12-/17-pol. 30 V/1,5 A | Signalübertragung: Sensorik/Aktorik |
| B | DIN EN 61076-2-101 | 5 | 60 V, max. 4 A | Feldbus (PROFIBUS) |
| D | DIN EN 61076-2-101 | 4 | 60 V, max. 4 A; Cat5e (ISO/IEC 11801, Klasse D) | Industrial Ethernet bis 100 Mbit/s (PROFINET) |
| X | DIN EN 61076-2-109 | 8 | 50 V AC/60 V DC, 0,5 A; Cat6A (Klasse EA) | Ethernet bis 10 Gbit/s – die Aderpaare sind durch das X-förmige Metallkreuz galvanisch getrennt |
| S | IEC 61076-2-111 | 4 | 630 V AC/DC, max. 12 A | Power |
| T | IEC 61076-2-111 | 4 | 63 V AC/DC, max. 12 A | Power (DC) |
| K | IEC 61076-2-111 | 5 | 630 V AC/DC, max. 12 A | Power |
| L | IEC 61076-2-111 | 5 (mit/ohne FE) | 63 V AC/DC, max. 16 A | Power (DC), z. B. dezentrale I/O-Versorgung |
| Y | DIN EN 61076-2-113 | 8 | 50 V; 0,5 A (Signal) / 6 A (Power); Cat5e | Hybrid: Daten + Leistung in einem Steckgesicht |
Werte nach Herstellerdokumentation (Murrelektronik-Whitepaper zu den M12-Normen). Verbindlich sind die Bemessungsangaben im Datenblatt des konkreten Steckverbinders.
Standardbelegung A-kodiert: die Sensorleitung
Für DC-Sensoren und -Aktoren hat sich eine einheitliche Belegung durchgesetzt (Konvention nach IEC/EN 60947-5-2, dem Regelwerk für Näherungsschalter):
| Pin | Aderfarbe (üblich) | Funktion (DC-Sensorik) |
|---|---|---|
| 1 | braun (BN) | L+ (typisch +24 V) |
| 2 | weiß (WH) | zweites Signal (z. B. Antivalenz, Öffner) |
| 3 | blau (BU) | L− (0 V) |
| 4 | schwarz (BK) | Schaltsignal |
| 5 | grau (GY) | gerätespezifisch (z. B. Diagnose) |
Der klassische 3-Draht-Sensor nutzt die Pins 1, 3 und 4. Verbindlich ist immer das Anschlussbild im Geräte-Datenblatt – die Tabelle ist die branchenübliche Konvention, keine Garantie für jedes Gerät. Für die Daten-Codierungen D und X gilt das erst recht: Deren Kontaktzuordnung (Sende-/Empfangspaare) übernimmt die konfektionierte Leitung ohnehin für Sie – ein Grund mehr für fertig umspritzte Kabel statt Feldkonfektion, wo es der Einbauort erlaubt.
Beispiele aus unserem Sortiment
- A-kodiert: Phoenix SAC-4P Sensor-/Aktor-Kabel, M12, 4-polig, IP69K – der Klassiker für Sensorik bis in den Waschbereich (Schutzarten? Hier erklärt)
- D-kodiert: Siemens PROFINET-Busleitung, beidseitig M12 D-kodiert, 5 m
- X-kodiert: Phoenix Netzwerkkabel M12 X-kodiert auf RJ45, Cat6A, 10 Gbit/s, IP67
- Power: Phoenix M12-Powerleitung SAC-4P, 12 A / 63 V, PUR
Sensor-/Aktor-Kabel ansehen Feldkonfektionierbare Steckverbinder
Häufige Fragen
Wie ist ein M12-Stecker 4-polig belegt?
Bei A-kodierter DC-Sensorik üblich: Pin 1 braun = L+ (+24 V), Pin 3 blau = L− (0 V), Pin 4 schwarz = Schaltsignal, Pin 2 weiß = zweites Signal. Das ist die Konvention nach IEC/EN 60947-5-2 – verbindlich ist das Anschlussbild im Datenblatt des Geräts.
Was bedeutet A-, B-, D- oder X-Codierung?
Die Codierung legt Anwendung und Steckgesicht fest: A = Signal/Sensorik (DIN EN 61076-2-101), B = PROFIBUS, D = Industrial Ethernet bis 100 Mbit/s, X = Ethernet bis 10 Gbit/s (DIN EN 61076-2-109). Dazu kommen Power-Codierungen S/T/K/L (IEC 61076-2-111) und die Hybrid-Codierung Y (DIN EN 61076-2-113).
Passen unterschiedliche Codierungen zusammen?
Nein – genau dafür gibt es die Codierung. Die mechanische Form verhindert, dass z. B. eine Power-Leitung (bis 630 V/12 A) auf eine Signalbuchse gesteckt wird. Nur innerhalb der A-Codierung passt ein 3-poliger Stecker auf eine 5-polige Buchse (Teilbelegung).
Welche M12-Codierung für PROFINET?
Üblich ist die D-Codierung (4-polig, Cat5e, bis 100 Mbit/s). Für Gigabit- und 10-Gbit-Anwendungen kommt die X-Codierung (8-polig, Cat6A) zum Einsatz.
Wofür steht die L-Codierung?
Für DC-Leistungsversorgung: 5-polig (mit oder ohne Funktionserde), 63 V AC/DC und bis 16 A pro Kontakt nach IEC 61076-2-111 – typisch für die Einspeisung dezentraler I/O-Module.
Feldkonfektionierbar oder umspritzt konfektioniert?
Vorkonfektionierte, umspritzte und werksgeprüfte Leitungen sind die erste Wahl: Plug & Play statt fehleranfälliger Einzeladerverdrahtung. Feldkonfektionierbare Steckverbinder spielen ihre Stärke dort aus, wo Längen erst vor Ort feststehen oder Leitungen durch enge Durchführungen müssen.
Grundlage: Murrelektronik White Paper „Kodierung von M12-Steckverbindern“ (Normen DIN EN 61076-2-101/-109/-111/-113, Polzahlen, Bemessungswerte, Steckkompatibilität); Belegungs-Konvention der DC-Sensorik nach IEC/EN 60947-5-2. Stand August 2026. Verbindlich sind Datenblatt und Anschlussbild des jeweiligen Geräts.